Montag, 31. Oktober 2011

Geschwisterhosen in Mitternachtsblau

Schlicht aus Feincord. Für den großen Sohn ohne jede Betüddelung, aber mit Riesentaschen hinten.

Das wollte der Kleine auch. Baugleiche Riesentaschen - am Verhältnis der Stäbe der Sprossenwand im Hintergrund sieht man den Größenunterschied.

Von vorne sieht die Hose für den 4-jährigen allerdings ganz anders aus ;)

Freitag, 28. Oktober 2011

Bubble Pocket

...heißt das Modell aus der Damenottobre vom Herbst. Es hat raffinierte ge"bubbelte" Taschen und wird durch ein eingenähtes Gummiband unten ballonartig gerafft.
Trotz Folienschnittanprobe, bei der ich noch dachte, na, wenn das mal nicht zu knapp wird, ist es eher ein bisschen zu groß obenrum. Untenrum ist es ja ohnehin ziemlich voluminös. Mit schwarzen Strumpfhosen und schwarzem Rolli oder zu weißer Piratenbluse und Schlagjeans: Klasse!


Die namengebende Tasche

Dienstag, 25. Oktober 2011

Schneiderinnentipps für gut sitzende Kleidung --- Folge III

Das gerade Saumende bei Oberteilen
Eigentlich enden fast alle Shirts und Pullover auf der breitesten Stelle der Hüfte. Und jetzt? Nun, die bequeme und beliebte Wirkware obenrum, Shirts und Co., haben tatsächlich fast immer einen geraden Saum, der meist mitten auf der Hüfte endet und den Blick genau auf diese Kante lenkt. Bei den allermeisten Frauen ist das nicht besonders geschickt. Außerdem haben diese Stoffe die Neigung, am Popo hochzurutschen und da kleben zu bleiben, was den Blick erst recht auf die Kehrseite richtet und zugleich von vorn einen seltsamen Faltenwurf erzeugt. Nicht gut. Längere Shirts sind nur bedingt eine Lösung, weil auch diese hochrutschen, mit verstärktem Effekt – zum großen Teil liegt das an den Adhäsionskräften der innen rauen Wirkware. Besser sind Blusen aus glatter Webware, die allein aus Materialgründen kaum hochrutschen und nicht am Hosenstoff kleben, vielleicht auch mit Schößchensaum zur Auflockerung der gerade im Fokus stehenden Linie. Auch (gefütterte) Jacketts mit gerundeten Kanten sind eine Option – nur so für den Fall, dass ihr mal ganz schick... 

Hier habe ich - ganz unverdächtig - Kleiderständer gezeichnet.
Die variierte Saumkante rechts lenkt den Blick eindeutig weiter nach oben
und weg von der Krisenstelle, die die gerade Saumkante links gnadenlos markiert.
Bei einem 36er Kleiderständer, wohlgemerkt!

Aber die nicht zu Unrecht beliebten, weil bequemen und pflegeleichten Shirts lassen sich durchaus tragen: mithilfe von Linienunterbrechern und Blicklenkern. Eine gute Lösung sind eher lockere, glatte, ärmellose Shirts plus Herzwärmer, weil diese die Busenform betonen und den Blick dahin lenken, zugleich das  Shirt, unterhalb des Busens auf Linie bringen, sodass es nicht baumelig-bauchvortäuschend runterhängt. Baumwollene Shirts aus Interlock-Ware sind schwerer und glatter als solche aus Single-Jersey und fallen besser; auch Viscose oder Seide neigen weniger zum krabbeln und Klettern.
Eine andere Möglichkeit sind schmalere Shirts unter einer leichten Strickjacke, die entweder offen getragen werden oder je nach Vorliebe oben oder mittig mit zwei Knöpfchen geschlossen werden kann.

Oberteile und ihre Formen
 
A-Linie oder nicht? 

Wer obenrum eher schmal ist mit mäßig Busen, aber breite Hüften hat, dem schmeichelt diese Form, weil sie ja die Figur nachzeichnet, aber den Blick auf den Busen (!) lenkt und nicht auf die vermeintlich weniger attraktiven Hüften. Wer eine passable Taille hat (nicht nur von der Seite gucken, bei Frauen, die Kinder geboren haben, ist der Bauch selten ganz flach, aber von hinten und von vorne sieht man doch deutlich, ob es unterhalb der Rippen schmal zuläuft oder eher nicht!), kann Formen tragen, die den Blick darauf lenken. Dabei muss gar nicht unbedingt ein breiter (unbequemer) Gürtel her, aber die Shirts können z.B. gleich unterhalb der Taille enden (auch dann rutschen sie am Po nicht hoch), die Ärmel können überschnitten sein.

Blusen und Busen

Bleibt noch das Problem mit den Blusen und dem Busen . Konfektionierte Oberteile sind meist auf B-Cups ausgerichtet . Gute Firmen haben den Mangel mittlerweile erkannt, es lohnt sich also, mal eine gut sortierte Fachabteilung aufzusuchen. Zumindest Trägerinnen von C- und D-Cups sollten da fündig werden. Die Änderungsschneiderin kann hingegen bei zu viel Busen im Vergleich zur Blusennorn nicht wirklich helfen, da muss über die gesamte Länge ein kurviges Stück mehr eingearbeitet werden; bei einer zu großen Bluse müssten alle anderen Nähte geändert werden, das lohnt nicht. Es gibt aber inzwischen Bodyscanner (ehrlich! ) in den Fachabteilungen großer Einzelhandels-Klamottiers, mit deren Ergebnissen geht der Maßschneiderauftrag nach Indien und nach einer Woche hast du perfekt sitzende Blusen für relativ kleines Geld. Bei Maßhemden für Männer ist das schon fast Standard, so gefertigte Damenblusen muss man noch etwas suchen, aber nicht lange... Das ist zwar immer noch ein bisschen teurer als das Schnäppchen aus dem Kaufhaus, aber dafür passt die wenigstens und die aus dem Kaufhaus eben nicht. Falls es also mal Bluse und Jackett für offizielle Anlässe sein müssen – wie viele braucht ihr davon?

Damit der Busen so richtig zur Geltung kommt (und die BHs wirklich sitzen), kann frau z.B. nach England fahren und sich bei einer Brafitterin schlau machen oder sich ersatzweise auf der Site der www.busenfreundinnen.net umtun und dann (in England?) passende Bras ordern. Es lohnt sich!

Lenke den Blick nach oben!

Lenke den Blick nach oben, aufs Gesicht! D.h. am Gesicht sollte eine hellere Farbe oder eine leuchtendere verwendet werden als sonst. Das kann das hellere Shirt auf die dunklere Hose sein, das kann das farbige Seidentuch, das kann eine hübsche Kette sein. Aber: Weniger ist mehr. Ich finde, Brille, roter Lippenstift und Kette sind schon fast zu viel in einem einzigen Gesicht. Auch noch Schlenkerohrringe und Vollmakeup UND glitzerige Haarspangen in der Hochsteckfrisur dazu sind es sicher. So ist das auch mit der Kleidung: Gute, ggf. edle Stoffe, einfache Schnitte ohne viel Schnickschnack und Applikationen und aufgesetzten Taschen und und und, eher Ton in Ton, tendenziell eher dunkel und/ oder Naturfarben, das ist für eine Grundgarderobe ein guter Maßstab. Einzelne Stücke mit fröhlichen Farben, faszinierenden Mustern oder schrägen Schnitten können je nach Laune dazu kombiniert werden. Manchmal aber  verschwindet aber der Mensch hinter den Klamotten – womit wir wieder beim Anfang wären.

Piratenalarm!

Nicht nur mein kleiner Sohn steht auf Piraten, nein, auch kleine Mädchen sind gelegentlich in Enterlaune. Für eine solche Minipiratin ist heute eine Kombi mit den Stickdateien (von Janeas World) passend zum Stoff entstanden: Hose "Xavier" nach dem Farbenmix-Schnitt und das bewährte Zipfelshirt nach meinem eigenen Schnitt. Die Hosentaschen hinten sind noch mit dem passenden Webband besetzt.



Montag, 24. Oktober 2011

Die ultimative Anna

Meine Eulchenstoff-Anna hat so manche Begehrlichkeit geweckt, ich habe nun für eine Freundin tatsächlich noch Eulchenstoff aufgetrieben und alles das, was an meiner Anna (vom April 2011) noch nicht so ganz perfekt war, verbessert. Hier ist das Ergebnis:



Sie ist komplett aus Hilco-Cord, auch innen, d.h., Eulenreigen, fuchsia und rot. Das sind schon eine Menge Einzelteile, aber Holla die Waldfee. Weil der Cord recht viel Körper hat, mussten nur die Außenteile mit Volumenvlies unterlegt werden, aber alle anderen Teile brauchten doch Vlieseline oder zumindest an den Rändern ein aufgebügeltes Vliesband, denn der Cord ist leicht elastisch und wellt und beult sonst. Auf die Idee, die Materialmassen zu fotografieren, bin ich erst gekommen, als alle Belege verarbeitet waren. Es sind also gut doppelt so viele Zuschnitte wie hier zu sehen, der Gurt ist hier schon fertig und das Kleinzeugs, also Reißverschlüsse und Schnallen etc. sind auch nicht mit auf dem Bild:


Hier kann man auf der "Zwischenstation" ganz gut erkennen, wie die Innentasche konzipiert ist. Das Querband oben ist hohl, dahinein wird ganz zum Schluss ein Federstahl geschoben, damit Anna nicht durchhängt.




 
Und so sieht das dann fertig von innen aus:


Sonntag, 23. Oktober 2011

Update Schneiderinnentipps

Endlich, endlich habe ich den 2. Teil der Schneiderinnentipps für gut sitzende Kleidung einstellen können. Jetzt wird es hoffentlich etwas fixer weitergehen, ich habe noch mit Zeichnungen und Fotos gerungen...

Den 1. Teil habe ich nochmal überarbeitet, indem ich ihn mit zwei Zeichnungen ergänzt habe.

Viel Spaß beim Lesen!

Schneiderinnentipps für gut sitzende Kleidung --- Folge II

Oberteile


Passende Oberteile finden


Wenn Kleidung im gesamten Rumpfbereich „locker umspielend anliegend“ sein soll, betrifft das im Wesentlichen das Oberteil. Es darf also nicht zu weit und nicht zu eng sein (logisch, oder?).

Die Schulternähte sollen wirklich auf der Schulter sitzen, die Ärmel sollen genau über dem Ende des Schulterknochens ansetzen (ärmellose Kleidungsstücke können den Ärmelausschnitt ein kleines Stückchen davon nach innen versetzt haben, sodass der Schultermuskel als schöne Rundung zu sehen ist; leicht überschnittene Schultern bei einem taillierten Kleidungsstück können die Taillenbetonung hervorheben)



Hier gezeichnet sind die Rückenansichten.
Rechts, beim ärmellosen Teil, kann die Schulternaht
deutlich weiter nach innen versetzt sein
als beim exakt sitzenden Oberteil mit Ärmeln.


Abnäher sollen genau auf die Nippel zielen, aber etwa 2 cm davor glatt enden.
Egal, ob der Abnäher, wie üblich, von der Seite kommt oder von unten:
Der ideale Endpunkt ist analog der Richtung immer derselbe.


Der Halsausschnitt, egal welcher Art, soll überall anliegen – ganz häufig steht er hinten ab, weil mit den Jahren der Schreibtischarbeit Kopf und irgendwann auch Schultern ein wenig nach vorne wandern – dann passt das Teil nicht, also wieder weghängen! 

Im Bild ist nicht nur zu erkennen, dass der Halsausschnitt hinten unschön absteht,
man sieht auch, dass er vorne wellt und dass sich
v.a. im Rückenteil einige Falten bilden, wo sie nicht erwünscht sind.


Faltenwurf an Stellen, die nicht vom Design vorgesehen sind, weisen immer auf Passformmängel hin. Die mögen im Schnitt liegen oder daran, dass die eigene Figur nicht mit dem Schnitt zusammenpasst, die Zukunft eines solchen Stückes sollte nicht in den Tiefen deines Kleiderschrankes enden, daher: Zurückhängen und weitersuchen!



Schneiderinnentipps für gut sitzende Kleidung - Vorschau auf die nächsten Folgen:
  • Das Saumende bei Oberteilen
  • Oberteile und ihre Formen
  • Hosen-Passform-Guide
  • Ideale Rockformen und -längen
  • Materialien und ihre Eigenschaften

"Ich will auch eine Nietenhose, Mama!"

Und zwar mit roten Nieten, am besten Herzchen. So sagte mein Kleiner, gestern Abend. Und außerdem soll die Hose grün sein, kuschelig weich und das geliebte "Notruf"-Band soll auch drauf vorkommen. Davon hab ich jetzt noch genau 2 cm übrig - meine einzige eigene Denkleistung war noch, eine passende Appli zu frickeln.

Voilà:



Samstag, 22. Oktober 2011

Eine "richtige" Jeans

Garantiert ohne gesundheitsgefährdende Chemikalieneinsätze und kinderarbeitsfrei hergestellt.
Ich habe dunklen, festen Hilco-Stretchjeans verwendet, Schnitt "Henri", der meinem großen Sohn hervorragend passt, Fake-RV und breites Gummibung. Die die Nähte sind mit extrastarkem Jeansgarn abgesteppt und die Taschenanschlüsse genietet. Der Einsatz der Variozange und eines vernünftigen Locheisens sind durchaus lohnenswert, wenn auch nicht so krisensicher wied die KAM-Presse, aber dafür sieht es mit Metallnieten "voll original" aus (O-Ton meines Sohnes).

Montag, 17. Oktober 2011

Sonntag, 16. Oktober 2011

Herbstliche Kombi für ein kleines Mädchen

Der bewährte Zipfelpulli lässt sich tailliert durchaus mädchentauglich verarbeiten.
Dazu habe ich eine leicht ausgestellte Weste aus Doubleface-Wollwalk gemacht, die das Blütenmotiv aus dem Birdie-Stoff aufgreift. Die Kanten sind mit dem Wellen-Rollschneider geschnitten, was erstaunlich gut ging und auch an den Ecken nur eine einzige kleine Korrektur erforderte, weil einmal Wellental und Bergspitze aufeinandertrafen.

Beides zusammen sieht dann so aus:


Die Zipfelkapuze fällt locker darüber:

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Wenn der Fernsehkrimi zu spannend ist

... oder das Gespräch auf dem Sofa zu langweilig wird, helfen diese Sofakissen pfeifen, zum Dahinterverstecken angst oder zum Draufstarren verlegen, denn:

Sie haben jede Menge Überraschungsdetails, witzige - unterschiedliche - Verschlüsse, bestickte Nähte - keine wie die andere - , ungewöhnliche Formate...

Und sie sind doch einfach große kuschelige Kissen mit herausnehmbarem, selbstverständlich waschbarem Inlett.



Montag, 10. Oktober 2011

E-Book-Reader-Hülle

Kein zu groß geratenes Handy, sondern ein Kindle wird hierin wohnen:


Zur Taufe

... bekommt ein kleines, aber nicht mehr ganz so kleines Mädchen (Gr. 74, im so-grade-schon-ein-bisschen-krabbeln-Alter) ein Kleid aus feinstem Hilco-Cord. Das ist jetzt so lang, dass die Füßchen versteckt sind. Dank des gesmokten Oberteils wird das Kleid aber die nächsten zwei Sommer für das dann laufende Mädchen passen und halt immer kürzer werden:

Nach dem Gottesdienst will die Kleine sicher ein bisschen mobiler sein, als das Kleid erlaubt. Deshalb dasselbe Obenrum nochmal, diesmal an einem Hosenanzug aus Stretch-Babycord. Das Shirt zum Drunterziehen passt unter beides gleich gut:

Freitag, 7. Oktober 2011

In der Farbe dieses Winters - 3 Hoodies

Wenn es herbstelt, brauchen auch wilde Jungs kuschelige Pullover. Dieses Mal gab es dunkeltürkisfarbenen Kuschelsweat als Basis, davon drei Interpretationen in verschiedenen Größen. der Obere, Gr. 122/128 hat eine Appli den Schattenriss eines Diplodocus in der Farbe des Innenfutters bekommen. Der Mittlere für den ältesten Jungen unter den drei künftigen Hoodieträgern, Gr. 134/140, hat details in dunkelblau und nur eine schlichte Bauchtasche bekommen, mit Geheimfach (RV von innen und somit einer Tasche in der Tasche) und kleiner Botschaft von Selbstverständlichkeiten. Den Unteren in Gr. 104 und in seiner sehr ...speziellen Zusammenstellung hat mein Vierjähriger sich zuzusagen auf den Leib schneidern lassen, er hat Stoffe und Appli ausgewählt und den Bündchenverzicht proklamiert.

Allen gemein ist, dass ich das Kapuzenfutter nicht einfach mit dem Oberstoff zusammen in den Pulli genäht habe - das ist zwar das übliche Vorgehen, es hinterlässt aber eine sichtbare Ovinaht am Kapuzeninnenrand und der _könnte_ einen kleinen Prinzen auf der Erbse eventuell kratzen.  Statt dessen habe ich das Futter etwas länger geschnitten und dann eingeschlagen und nach dem ansteppen der Außenkapuze von innen mit elastischem Stich gegen diese im Oberstoff entstandene Naht gesteppt, sodass diese vollständig unter Verputz liegt. Da kratzt jetzt nix mehr.


Dienstag, 4. Oktober 2011

Wenn Rotkäppchen einkaufen geht

... braucht es solche Knotenbeutel.
Kleines Extra und Verbesserung gegenüber den letzten Modellen: Es gibt auf beiden Seiten des Wendebeutels eine kleine Schlaufe für einen Schlüsselring. Und: Die Träger sind 5 cm länger, sodass auch große Frauen komfortabel ihre Einkäufe (oder den bösen Wolf) nach Hause tragen können.

Samstag, 1. Oktober 2011

Neues Design!

Kurzes Stutzen - wo ist der Mohn, wo die grüne Tapete?

Mein Blog hatte ein wenig Auffrischung nötig, auch sollte er zu dem Label passen, das meinen künftig zu eröffnenden Dawanda-Shop zieren soll. Nun ist alles frisch renoviert, nur der "Laden" muss noch eingerichtet werden (ein Link wird folgen). Das Briefpapier und das Rechnungspapier sind angepasst, Visitenkarten in Auftrag gegeben. Ich bin gespannt auf euer Feedback!

An dieser Stelle ein ganz herzlicher Dank an meine Freundin Hadassa in Israel, die mir die Technikarbeit im Blog abnimmt und an meinen Mann, der mir die Bannergrafik erstellt hat.

Schneiderinnentipps für gut sitzende Kleidung --- Folge I

Lange versprochen geht es jetzt endlich los mit den Schneiderinnentipps. Auf euer Feedback bin ich gespannt. Hier zunächst Teil 1:


Kleidung und Persönlichkeit

Wie ich auf andere wirke, hängt zu einem nicht geringen Teil von meiner Kleidung ab. Sie ist ein Teil meiner Gesamterscheinung – also sollte sie meine Persönlichkeit vorteilhaft unterstreichen, nicht aber die gesamte Aufmerksamkeit auf sich ziehen, auch nicht im positiven Sinne – wer sich an mich an die „gutgekleidete Frau mit der phantastischen Bluse“ erinnert, macht vielleicht meinem modischen Geschmack ein Kompliment, ich als Mensch bin aber nicht wahrgenommen worden.

Was zu mir passt und worin ich mich wohlfühle, geht miteinander einher. Kleidung, die mich einengt, die mein Temperaturgefühl durcheinanderbringt, in der ich mich verkleidet fühle, kann nicht die richtige sein, egal, was die Verkäuferin in dem teuren Laden gesagt hat. Mein unglücklicher, angestrengter, unsicherer Gesichtsausdruck wird die Gesamterscheinung negativ dominieren. Es gibt im Netz, zwischen Buchdeckeln und im Real Life Legionen von Stilberatern; wohl jede Frau weiß auch so um ihre besonderen Vorzüge und ihre kleinen figürlichen Schwächen. Bei aller Selbstkritik hat sich aber bewährt, nicht etwa die kleinen (selbst oft viel zu stark wahrgenommenen) Schwachstellen zu verdecken, sondern vielmehr den Blick zu lenken auf einen einzelnen Vorzug, einen Hingucker.

Viel Stoff kaschiert?

Ich verrate euch jetzt ein Geheimnis. Das mit dem „viel Stoff kaschiert unliebsame Stellen“ ist eine Lüge. Wenn das wahr wäre, würden wir alle in hawaiianischen Mouhmouhs rumlaufen und sähen fantastisch aus. Im Gegenteil: Viel Stofffülle täuscht viel Körperfülle vor. Kleidung, die mir zu weit ist, lässt mich fett und unförmig aussehen. Kleine Frauen „ertrinken“ regelrecht in solchen Kleidungsstücken, große Frauen wirken wie unförmige Positionsbojen.


Hier habe ich dasselbe Model abgezeichnet, superschlank,
und je einmal mit einem locker umspielenden
und einmal mit einem viel zu weiten Kleid dargestellt. Was wirkt nun besser?
Das funktioniert durchaus auch dann,
wenn ein paar Rundungen zu viel zum "Verstecken" einladen -
was gut sitzt, sieht einfach besser aus.

Das soll nun nicht heißen, dass wir uns in Wurstpellen zwängen sollen: das würde jedes Röllchen gnadenlos freiliegen (muss ja nun auch nicht sein) und v.a. den Blick genau darauf lenken. Das Geheimnis liegt in Folgendem: Kleidung soll über den gesamten Rumpfbereich die Figur nachzeichnen, also locker umspielend anliegen. Und zwar bei jeder Figur, also gleichgültig, ob eine Taille vorhanden ist oder nicht, irgendwo Knochen unliebsam vorstehen oder Speck auf der Hüfte wohnt.