Der Schnitt ist aus der aktuellen
Damenottobre, der Stoff (Wolle, Baumwolle, Seide) vom Stoffmarkt letzten Sonntag. Genäht habe ich mangels Covermaschine einen simplen
Wabenstich, aber mit
Oberstofftransporterfuß ("open toe walking foot") und Alterfil, das erlaubt, die zwangsläufig entstehenden Wellen nachher durch tropisches (=heißes und feuchtes)
Bügeln auszugleichen.
Ich habe schon einige Umsetzungen dieses Schnitts im Netz gesehen und die Näherinnen klagten häufig über seltsame Passform und rätselhafte Puzzelei. Eine ganze Weile habe ich daher über dem Schnittmuster gebrütet und bin zu folgendem Schluss gekommen: Ich halte den Schnitt für eigenartig, wenn nicht gar fehlerhaft konstruiert. Aber als notorische
Folienschnittanprobiererin habe ich es auch bei diesem Winterbolero versucht und, nachdem ich kapiert hatte, wie das Puzzle zusammengesetzt werden muss, drei Änderungen vorgenommen, mit denen der "Warmly Wrapped" nun tadellos passt:
1. Die
Ärmel sind extrem eng konzipiert. Vermutlich sind sie zum Tragen über einem Top gedacht. Und für Streichholzarme. Mir ist das unangenehm, daher habe ich die Ärmel zwei Konfektionsgrößen größer gewählt als das Jackenteil. Auch die Armlochausschnitte entsprechen natürlich dem größeren Modell.
2. Die
Ärmel sind ausgesprochen überlang (gleiche Länge übrigens bei jeder Größe). Ich habe sie um 10 cm gekürzt, sie sind immernoch deutlich überlang, aber nicht mehr störend lang.
3. Das Wichtigste: Die
Armausschnitte sind hinten sehr nah beieinander. Hier kann man das erkennen, wenn man genau hinschaut.
Dabei habe ich sie bereits um jeweils 1,5 cm nach außen versetzt. Ich habe schmalere Schultern als meine Marie-Antoinette, daher passt es so für mich. Wer breitere Schultern hat, kann die Armlöcher aber problemlos noch ein paar Centimeterchen weiter von der Mitte abrücken.
Noch der Vollständigkeit halber: "Warmly Wrapped" ist auch offen tragbar, falls es zu warm wird.